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logo_swIm Jahre 1632, nach der Verwüstung des Dorfes Biestow während des dreißigjährigen Krieges, wurde das alte, ursprüngliche Bauernhaus als Fachwerkhaus gebaut und diente als Bauernhof.

Spätestens ab dem Jahr 1762 ist auch die gastronomische Nutzung der Bauernstelle urkundlich belegt. In diesem Jahr muss sich der Schulze und Krüger Hans Beese wegen „Veranstaltung von Glücksspiel, Musik und Tanzen sowie Saufen in seinem Haus bzw. Krug an zwei Sonntagen“ vor dem herzoglichen Konsistorium zu Rostock verantworten.

Im Jahr 1785 (oder 1789) lässt Hinrich Beese auf der Hofstelle einen neuen zweistöckigen Landkrug als strohgedeckten Fachwerkbau mit angebautem Wirtschaftsteil errichten. Im Erdgeschoss befindet sich die Gaststube mit vorgesetzter Veranda und im Obergeschoss ein geräumiger Saal.

Bereits zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts hat sich Biestow als Ausflugsziel für die benachbarte städtische Bevölkerung etabliert. Gustav Hempel schreibt in seinem im Jahr 1843 erschienenen Handbuch des Mecklenburger Landes: „Biestow, incamerirtes Dorf, zum Rostocker District gehörend, ist freundlich gebaut, und hat eine Pfarrkiche, Schule, 8 Bauern, 3 Büdner (2 gehören der Kirche), Krug und 197 Ew.  Von den Rostockern werden oft ländliche Excursionen nach Biestow gemacht.“

Nach Angaben im Mecklenburg-Schwerinschen-Staatskalender bleibt der Beesesche Krug bis mindestens 1870 bestehen. Danach wurde der Krugbetrieb, vermutlich wegen Todes des Hofbesitzers Hans Carl Beese, eingestellt. Der landwirtschaftliche Betrieb wird von seinem Bruder Johann Hinrich Beese weitergeführt. Die gesamte Bauernstelle wird im Jahr 1903 von der kinderlosen Witwe Sophia Maria Dorothea Beese an den Gutspächter Aemil Ritter verkauft. Ritter lässt die Ackerflächen der Hufe IV neu parzellieren zwecks Einrichtung weiterer Büdnereien und Häuslereien sowie zum Bau einer neuen Schule.

Im Jahr 1907 wird der Krug von einem gewissen Karl Düwel angemietet und als Restaurant neu eröffnet.

Der Rostocker Anzeiger vom 30.06.1907 (Fundchronik Krause) vermeldete: „Den geehrten Herrschaften empfehle zu Ausflügen mein neu eröffnetes Restaurant ‚Bauernhaus‘ in Biestow. Großer Garten mit Veranda. Ausschank von alkoholfreien Getränken, Kaffeekochen gestattet Karl Düwel“

Seit 1908 befindet sich die in eine Büdnerei umgewandelte ehemalige Hofstelle der Hufe IV mitsamt dem Kruggebäude im Besitz der Familie Niekrenz.

Mit amtlichem Schreiben vom 13. April 1912 wird dem „Herrn Niekrenz jun.“ die „Erlaubnis zum Betrieb der vollen Gastwirtschaft mit Ausschank von Spirituosen auf der Büdnerei Nr. 16 zu Biestow“ erteilt.

Im Rostocker Anzeiger vom 04.05.1913 (Fundchronik Krause) war zu lesen: „Biestow. ‚Restaurant zum alten Bauernhaus‘. Empfehle meinen schattigen Garten für Ausflügler zur gefälligen Benutzung. Kaffee und Kuchen. Niekrenz.“

Für das Jahr 1913 notierte Ludwig Krause, Zweiter Stadtarchivar Rostocks: „Niekrenz betreibt auch eine Gärtnerei, deren Produkte er nach Rostock absetzt. Er hat gute Sachen und ist nicht teuer, daher hat er für Gartenfrüchte, Gemüse, Blumen etc. in der Stadt reichlich Kunden. Er hat ja übrigens nicht bloß alkoholfreie Getränke, sondern auch Bier, Schnaps etc.“

Am 24. April 1928 brannte das alte rohrgedeckte Fachwerkgebäude völlig nieder.

Der Rostocker Anzeiger vom 26.04.1928 schrieb: „Am Dienstag Mittag brannte in Biestow die bekannte Gastwirtschaft ‚Zum alten Bauernhaus‘ total nieder. Vom Amte Rostock wurde die Satower Motorspritze eingesetzt. Mit Hilfe dieser und der umliegenden, auch an der Brandstätte erschienenen Wehren konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt und die umliegenden mit Stroh gedeckten Gebäude geschützt werden. Ein Teil der Lebensmittel, Fleischwaren und Vieh wurde gerettet.“

Der damals amtierende Pastor Voß beklagte den Verlust im Gemeindeblatt „Unsere Heimatkirche“ bitterlich: „Es ist dies Brandunglück sehr bedauerlich. Nicht nur, weil die fleißigen, braven Bewohner des Hauses in tiefe Bedrängnis geraten sind, sondern auch, weil das Haus gar nicht wieder zu ersetzen ist. Unsere alten niedersächsischen Bauernhäuser stellen einen ganz besonderen Typ in der Baukunst dar, der unserer Landschaft ihren eigentümlichen Charakter gibt und ihr Schönheit verleiht. Allmählich verschwindet leider eins nach dem anderen und wird durch nichtssagende charakterlose Häuser ersetzt, die meistens gar nicht in ihre Umgebung hineinpassen und das Landschaftsbild stören.“

Bereits am 29.05.1928 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Landwirtschaft und Gaststätte liefen parallel.

1984 wurde das Bauernhaus geschlossen und im Juni 1997 wiedereröffnet.

Heute ist das Bauernhaus wie folgt geöffnet:

Montag Ruhetag
Dienstag bis Sonnabend ab 14.00 Uhr Küchenschluss 22.00 Uhr
Sonn- und Feiertage ab 10.00 Uhr Küchenschluss 19.00 Uhr

Unser Team wünscht Ihnen im traditionsreichen Bauernhaus einen angenehmen Aufenthalt.
Wenn Sie Fragen, Anregungen, Wünsche haben, zögern Sie nicht unsere Mitarbeiter anzusprechen.